Enterprise Resource Planning – Gastbeitrag von Oliver Binsner

Hinter dem Begriff Enterprise Resource Planning (ERP = „Planung der Unternehmensressourcen“) verbirgt sich die unternehmerische Aufgabe vorhandene Ressourcen wie zum Beispiel Kapital oder Personal so effizient wie möglich für den betrieblichen Ablauf einzusetzen, sodass die Steuerung der Geschäftsprozesse optimiert werden kann.

Bei den ERP-Systemen handelt es sich um eine komplexe Anwendungssoftware, die die Firmen bei ihrer Ressourcenplanung unterstützt. Diese lassen sich nach fachlicher Ausrichtung, Skalierbarkeit auf verschieden große Unternehmensgrößen, dem angebotenem Funktionsumfang, sowie den eingesetzten Technologien unterscheiden. Heutzutage gibt es viele verschiedene Datenbanksysteme von Microsoft Access über Oracle bis hin zu proprietären Datenbanken.

Zu den typischen Funktionsbereichen der ERP-Systeme zählen die Materialwirtschaft (Beschaffung, Lagerhaltung), das Finanz- und Rechnungswesen, das Controlling, die Personalwirtschaft, Forschung und Entwicklung, Verkauf und Marketing, sowie die Stammdatenverwaltung.

Der Trend geht dahin, dass immer mehr Anbieter auf webbasierte Produkte setzen, deren System-Oberfläche beispielsweise in einem Browser-Fenster dargestellt wird. Dadurch sind auch unternehmensexterne Zugriffe möglich, ohne eine grafische Benutzeroberfläche installieren zu müssen. Infolge dessen könnten Kunden und Lieferanten direkt miteinbezogen werden, sodass sowohl Zeit als auch Geld eingespart werden kann.

Allgemein lässt sich sagen, dass der Bedarf die zur Verfügung stehenden ERP-Anbieter bestimmt, da z.B. ein Großunternehmen mit Hilfe der ERP-Lösung seine Konzernstrukturen abbilden möchte und eine Vielzahl von komplexen, betriebswirtschaftlichen Funktionen benötigt. Während bei der Standardsoftware zusätzlich Beratung und Parametrisierung notwendig sind, die größere Einführungskosten mit sich bringen, können kleine oder mittelständische Unternehmen (KMU) bei den ERP-Systemen ein kompaktes Vorgehensmodell wählen und alles auf die eigenen Anforderungen anpassen. So stehen den Kunden neben komplexen, stark integrierten und für viele Branchen anpassbaren ERP-Systemen auch branchenspezifische zur Verfügung, die weniger komplex sind und weniger Funktionen bieten.

Da das ERP-System so viele Geschäftsprozesse wie nur möglich abbilden soll, ist es nötig von den Insellösungen abzukehren und eine durchgehende Integration einzuführen mit der man ein rezentralisiertes System erschaffen kann, mit dessen Hilfe die Verwaltung von sämtlichen unternehmensweiten Ressourcen möglich ist.

Je nach verfügbarem Investitionsvolumen für Hardware, Lizenzen und Implementierung, sowie der Größe des Unternehmens sind auch die Anforderungen sehr unterschiedlich. Während sog. KMU keine integrierten Controlling- oder Rechnungswesen-Module benötigen, stellen die unterschiedlichen Wirtschaftszweige sehr stark abweichende Anforderungen an das ERP-System. So gibt es einige große Anbieter dieser Branchenlösungen und rund 100 kleinere Anbieter, die besagte Systeme im deutschsprachigen Raum zur Verfügung stellen. Zwar sind diese oft nicht voll integrativ, preislich gesehen aber unschlagbar. Des Weiteren gibt es mittlerweile auch immer mehr freie ERP-Systeme, die sich aufgrund ihrer Einschränkungen vor allem für kleinere Unternehmen und Neueinsteiger eignen.

Autor: Oliver Binsner – Unternehmensberater und Interim Manager

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